Schädlich für die Augen: LED und Displays


AKTUALISIERT: 16. August 2019 * LESEZEIT ~ 5 Min.

Die Light Emitting Diode, kurz LED, hat längst den Weg ins tägliche Leben gefunden. Was in den 60er Jahren als Kontroll-Leuchte und Anzeige in Geräten begann, ersetzt heute gesetzlich die Glühlampe. Immer mehr wird so die klassische Glühlampe oder auch Halogen-Leuchte mit dem Licht der LED ersetzt. Doch wie schaut es gesundheitlich aus, kann die LED der Glühlampe das Wasser reichen?

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LED-Licht – gefährlich für die Augen?

Die Frage die man sich bei neuen Errungenschaften immer stellt ist die, ob es gesundheitliche Bedenken gibt. Und die gibt es wirklich. Aber nicht prinzipiell. Auch auf diese Unterschiede möchte ich einmal eingehen.

LED und Displays - schädlich für die AugenAls ich Ende der 90er Jahren einen Elektro-Beruf erlernte, gab es noch keine nennenswerten Energiesparlampen, die auf LEDs gesetzt haben. Eher die ebenfalls bedenklichen Quecksilber-Energiesparlampen. Gut das diese vom Markt verschwunden sind. Dann kamen vor einigen Jahren die doch eher grellen LED-Lampen auf dem Markt. Kaltweiß und nicht wirklich in Wohnräumen gemütlich. Inzwischen gibt es auch warmweiß und eher gelblich mit eine Art „Glühfaden“. Die LED ist nicht mehr wegzudenken. Neben Lampen findet man sie auch in Displays, also Handy, Tablet, PC-Bildschirm sowie TV-Geräten. Sie ersetzen dort die kassische Hintergrundbleuchtung, die auch recht störanfällig war (bzw. dazugehörige Bauteile).

Warmweiß vs. Kaltweiß

Eine Gegenüberstellung kann ich mir eigentlich ersparen. Kaltweiß waren die Anfänge und sind heute viele Straßenlampen sowie öffentliche Einrichtungen. Auch Auto-Scheinwerfer bevorzugen kaltes Weiß. Überall außerhalb des Wohnbereiches finden wir kalte LED-Beleuchtung. Und die hat es aus gesundheitlicher Sicht in sich. Dabei ist die Tatsache, dass man bei weißen Licht eher friert als bei warmen, nur das kleinere Übel.

Fakten

  • Es gibt keinerlei Langzeitstudien mit LED-Licht. Allerdings ist bekannt, dass blaues Licht schädlicher ist als rotes, wie es Glühlampen ausstrahlen.
  • Gerade weißes LED-Licht erzeugt vor allem blaues Licht. Hier geht man vom Farbspektrum aus, nicht die „Farbe Blau“. Das Blau ist im Farbspektrum das erste Licht, die erste Wellenlänge, die wir nach dem UV-Licht sehen können. Dies ist noch sehr hoch energetisch.
  • Blaues Licht gelangt nahezu ungefiltert ins Auge und kann auf der Netzhaut Schaden anrichten. Auf der Netzhaut entstehen durch dem blauen Licht freie Radikale. Es kommt zu einem Ungleichgewicht in den Sehzellen. Aufgrund der freien Radikale entstehen mehr Abfallstoffe. Sehzellen sterben ab, es entsteht die Makuladegeneration.
  • Eine Makuladegeneration hat zur Folge, dass die Sehkraft erheblich beeinträchtigt wird. Dies ist nicht heilbar! In der Schulmedizin ist dies eine sogenannte Alterskrankheit die nun auch immer mehr jüngere Menschen treffen kann.

Übersicht Farbspektrum

Farbspektrum

  • 1000 – 1900 Kelvin = Kerzenlicht
  • 1500 Kelvin = Glühlampe mit Wolfram-Glühfaden
  • 2200 Kelvin = Sonnenaufgang/ Sonnenuntergang
  • 2700 – 3200 Kelvin = Warmweiße LED-Lampen
  • 2800 Kelvin = Handelsübliche Glühlampen (100W)
  • 3000 Kelvin = Halogen (100W)
  • 4400 Kelvin = Kaltweise LED (oft auch höhere Werte)
  • 4500 Kelvin = Blitze
  • 4800 – 5200 Kelvin = Direktes Sonnenlicht
  • 5000 Kelvin = Morgen- und Abendsonne
  • 5500 – 6000 Kelvin = Xenon Lampen (starke Xenon Brenner können bis zu 12.000 Kelvin erreichen)
  • 6000 – 7000 Kelvin = Bewölkter Himmel
  • 7500 – 8500 Kelvin = Tageslicht mit Nebel
  • 10000 – 12000 Kelvin = Wolkenloser Himmel

Beim Kauf von LED-Lampen gilt:

  • 1000 – 3000 Kelvin = Warmweiß
  • 4000 – 5000 Kelvin = Neutralweiß
  • 6000 – 8000 Kelvin = Kaltweiß (Tageslichtweiß)

Probleme und Lösungsansätze

Retrofit-LEDOft sind Lampen so positioniert, dass sie direkt ins Augen einstrahlen können. Hier sollte man darauf achten, dass ein Lampenschirm oder ein wegdrehen der Lampe dies verhindert. Denn so gelangt nur Streulicht ins Auge. Auch sollte man beim Kauf darauf achten, warmweiße LED-Lampen zu kaufen. Die bereits erwähnten Lampen mit optischen „Glühfaden“, nennen sich Retrofit LED* und haben ein wärmeres Licht, ähnlich der Glühlampe (siehe Abbildung). Auf „kaltweiß“ würde ich hingegen komplett verzichten, wo es möglich ist. Taschenlampen haben prinzipiell weißes Licht, um heller auszuleuchten.

Natürlich sollte man nicht direkt in weißes Licht schauen, was nicht immer möglich ist. Zum Beispiel im Straßenverkehr, hier das Gegenlicht oder die Straßenlampen. Ich bin froh wenn ich die angenehmen orangen Natriumdampflampen noch sehe, die aktuellen Berichten zufolge auch weiterhin auf EU-Ebene erlaub sind. An dieser Stelle sind also Kommunen und Städte gefragt, weiterhin die Natriumdampflampen, die bis zu 70.000 Stunden Lebensdauer haben, weiterhin zu nutzen.

LEDs finden sich aber auch in Displays wieder. Hier sollte darauf geachtet werden, Abends nicht im dunkeln am Laptop, Handy oder TV zu sitzen, sondern immer eine Lichtquelle einzuschalten. Denn durch Dunkelheit öffnet sich bekanntlich die Pupille weit um mehr sehen zu können (bzw. um den Lichteinfall zu erhöhen). Blaues Licht kommt so jedoch noch schneller ins Augen. Auf dem TV nicht möglich, aber sehr wohl auf dem Handy oder Computer: der Nacht-Modus oder auch Blaulichtfilter. Ich habe auf dem Handy wie auch Laptop eine App, die mit Sonnenuntergang die hellen Farbtöne, also weiß/blau verdunkelt und gegen ein waren Farbton ersetzt. Das Bild wirkt dabei gelb-rötlich, je nach Einstellung. Hier ein paar Apps im Android Play-Store.

Schlaflos durch LED-Licht

Ein Punkt der leider noch immer sehr vernachlässigt wird, ist die durch LED-Licht verursachte Schlaflosigkeit. Aufgrund der Helligkeit und des Farbspektrums denkt unser Körper, es wäre wieder Tag und stellt die Melatonin-Produktion ein. Dies ist ein Hormon welches von der Zirbeldrüse (Epiphyse) produziert wird und für den Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich ist. Es wird nur ausreichend gebildet, wenn es dunkel ist, also kaum Blauanteil im Licht vorhanden ist. Bereits ab einer Farbtemperatur von 4000 Kelvin spricht man von Tageslicht. Dies senden normalerweise alle LED-Displays aus. Mit Apps schafft man die Farbtemperatur auf beispielsweise 1000 Kelvin herunter und entspannt so die Augen und bringt den Tag-Nacht-Rhythmus nicht durcheinander. Denn man hat so nicht nur Probleme beim Einschlafen und oft auch Durchschlafen, da es die Traumphasen verlängert, sondern ist auch unausgeschlafen was wiederum u.a. Konzentrationsstörungen zur Folge hat.

HINWEIS

Beiträge werden stehts aktualisiert, wenn es neue Erkenntnisse durch Studien oder (Nach-) Forschungen gibt.

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2 Kommentare

  1. Kann man denn nicht durch eine Kalt Warm Trennung dem entgegenwirken? Ich stelle immer den Blaulichtfilter in meinem Telefon ein. Gerade wenn ich abends am Telefon bin.

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